Historisches Süditalien –
von Kampanien bis Apulien entlang der Via Appia Antica
Die Via Appia Antica wird als Königin der Straßen bezeichnet. Bereits 312 v.Chr. wurde mit ihrem Bau begonnen und bis 191 v.Chr. wurde schließlich eine Gesamtlänge von 538 km erreicht. In diesen vielen Jahrhunderten ihrer Existenz hat so manches schwerwiegendes geschichtliches Ereignis stattgefunden und diese Straße war oft der Weg dahin. Sei es um Rom zu schützen als auch um die Stadt zu vernichten. In der „neueren“ Zeit wurde sie schließlich für viele berühmte Reisende, darunter auch Goethe, eine Straße zu den schönsten Orten Italiens. Genießen Sie diese Reise, die durch herrliche Landschaften, zu einmaligen Kulturdenkmälern und natürlich kulinarischen Highlights. Programmvorschlag:
1. Tag: Benvenuti in Campania
Anreise bis Neapel. Dort Abholung am Flughafen und Transfer zum Hotel nahe Caserta. Einchecken im 3*-Hotel. Nach einem Begrüßungsdrink und einer kleinen Erholungspause werden Sie – je nach Ankunftszeit – bereits eine der wichtigen Römerstädte kennenlernen: Capua und Santa Maria Capua Vetere. Ein gut erhaltenes Amphitheater, dem Kolosseum in Bedeutung nicht unähnlich, das Mithräum und der Triumphbogen des Kaisers Hadrian sind nur einige der erstaunlichen Sehenswürdigkeiten dieser miteinander verflochtenen Städte. Nach dieser ersten eindrucksvollen Erkundung nehmen Sie das Abendmenü im Hotelrestaurant ein.
2. Tag: Ein Juwel des Römerreiches - Benevent
An diesem Morgen besuchen Sie einen der „Verkehrsknotenpunkte“ der Via Appia, Benevent. Aus einer samnitischen Ansiedlung wurde eine blühende Handelsstadt des römischen Reiches. Über den Ponte Leproso führte die Via Appia in die Stadt. Aus römischer Zeit ist hier noch der Trajansbogen, der unter dem Namen "Goldenes Tor" (porta aurea) ein Stadttor von Benevento war, zu bewundern, der als eines der schönsten Monumente Unteritaliens gilt, und bereits 114 n. Chr. Erbaut wurde. Daneben bietet sich Ihnen aber noch mehr, darunter die von Langobarden im 8. Jh. gegründete Kirche Santa Sofia mit eindrucksvollem Kreuzgang und die Festung Rocca die Rettori aus dem 14. Jh.
Nach einem schönen Mittagsimbiss mit den Spezialitäten Kampaniens und dem Wein, der bereits schon von den Römern geschätzt wurde, führt Sie der Weg durch eine wunderbare Hügellandschaft, gesäumt von Tabakfeldern, Weingärten und Olivenhainen nach Aeclanum. Zwischen Maisfeldern finden wir die Reste eines Viadukts aus der Zeit Hadrians, bevor Sie dann die Ausgrabungen dieser Römerstadt besichtigen, die Ausgangspunkt vieler Wege war und einen wichtigen Knotenpunkt auf der Appia darstellte. Die Reise in die Antike setzen Sie fort in die Nähe von Melfi. Dort werden Sie in einem wunderbar ruhig gelegenen Hotel mit nun lukanischen Spezialitäten verwöhnt. Übernachtung in diesem Hotel.
3. Tag : Der Zauber des Südens - Melfi
Sie sind in der Basilikata angekommen, die nicht nur durch eine außergewöhnliche, arkadische Landschaft besticht, sondern auch durch ihren geschichtlichen Zauber. Auf Ihrem Weg nach Melfi werden Sie der Appia Antica folgen. Obwohl Melfi weniger bedeutsam für die Römer war, so hat es doch eine große Geschichte: Friedrich II., der Staufer, hatte hier seine Festung und hier entstanden auch seine Melfischen Konstitutionen, die selbst in der heutigen Zeit noch anzuwenden wären. Sie werden diese wunderbaren Kulturdenkmäler aus der normannisch-staufischen Epoche besichtigen und sicherlich dem Zauber dieser Verbindung von Natur und Kultur erliegen. Es wäre eine Vernachlässigung kulinarischen Genusses, wenn Sie am Nachmittag nicht einen herrlichen Weinkeller in Rionero del Vulture besuchen würden. Sie wenden sich hier einem der bemerkenswertesten Weingüter der Basilikata zu. In den wunderbaren alten „Schatzkammern“, den Weinkellern, werden Sie die im Gambero Rosso ausgezeichneten Weine verkosten und dazu einen Imbiss einnehmen. Den Tag beschließt ein Abendessen in einem bezaubernden Restaurant mit Spezialitäten der Basilikata. Rückkehr ins Hotel am Lago di Monticchio, der übrigens einer der Lieblingsorte von Friedrich II. gewesen ist.
4. Tag: Geschichte und Natur – Zwischen Vulkangebiet und Horaz
Die Appia Antica machte aus Venosa, der Geburtsstadt des berühmten Dichters Horaz zu einem der wichtigsten Handelszentren des Mezzogiorno (Süditaliens) und einem weiteren Verkehrsknotenpunkt zwischen Kampanien und Apulien. Hier werden Sie direkt von der Appia zu einer kaum nochmals in dieser komplexen Form anzutreffenden Verbindung von romanischer und römischer Verbindung geführt. Die berühmte Abtei SS. Trinità und die angrenzende Ausgrabungsstätte, darunter die „unvollendete Kirche“ neben dem Baptisterium, den Thermen und den Domus werden Teil Ihres Besuchs sein. Nach einem kleinen Mittagessen führt Sie die Appia auf apulisches Gebiet. Kahle Felsen und ausgedehntes Weideland, tiefe Gräben und Erosionen prägen diese herbe und doch unvergleichlich reizvolle Landschaft. Der Ort Gravina in Puglia war Durchgangsstraße der Via Appia von Rom nach Brindisi. Später wurde Gravina von den Byzantinern, Langobarden und den nordafrikanischen Muslimen regiert. Zunächst widmen Sie jedoch Ihren Besuch einer ganz besonderen Kirche, der S. Michele die Grotti. Diese in den Tuffstein gehauene Kirche birgt eine unvergleichliche Schönheit in sich und lässt durch die noch erhaltenen Fresken viel von ihrer Vergangenheit erzählen. Nach diesem abwechslungsreichen Tag werden Sie etwas die Appia Antica verlassen, um dennoch sehr nahe daran Ihr Hotel in Matera zu beziehen, das in den berühmten Sassi, den Felswohnungen, liegt. Das Abendessen nehmen Sie in einem Restaurant nahe dem Hotel ein.
5.Tag: Die Sassi von Matera – die Einmaligkeit einer Stadt
Am Vormittag werden Sie in Matera, dieses unvorstellbare Kulturgut der UNESCO besichtigen. Die Eindrücke, die Sie dabei gewinnen, lassen sich bei dieser Beschreibung nicht in Worte fassen. Die einstigen Felsenwohnungen, die Behausung für die ärmsten der Armen waren, bilden heute ein mit keinem Ort dieser Welt vergleichbaren Kulturschatz. Die Felsenkirchen auf der anderen Seite der Schlucht gelegenen Hochebene, der Murgia Materana zeigen Beispiele frühchristlicher Kultstätten. Sie werden diese Stadt nicht mehr vergessen! Am Abend können Sie das Gesehene bei einem gemütlichen Spezialitäten-Abendessen Revue passieren lassen und dann vielleicht bei einem kleinen Spaziergang die nächtliche Stadt bewundern, die zu dieser Zeit nicht weniger faszinierend ist. Übernachtung im Felsenhotel.
6. Tag: Brücke zum Orient – Von Tarent bis Brindisi
Zurück auf der Via Appia nehmen Sie den Weg nach Tarent auf. In der Zeit der Vormachtsstellung der Griechen erlebte Taranto seine größte Blüte. Der Anblick der Stadt vom Landesinneren kommend ist sicher heute noch so bezaubernd wie zu Römerzeiten, jedoch hat es seine einstige Größe leider fast vollständig eingebüßt, so dass Sie nur einen kurzen Besuch abstatten. Auf der Appia geht es weiter Richtung Brindisi. Auf halbem Weg dorthin werden Sie Oria, das antike Uria, besuchen. Die Stadt wurde in der Antike von dem illyrischen Stamm der Messapier gegründet. Im Zentrum dieser kleinen, von engen Gassen und weißen Häusern geprägten Stadt lag eine der Versorgungsstationen der Appia. Dominierend jedoch ist die Festung, die von Friedrich II. von Hohenstaufen auf den Resten einer Akropolis gebaut wurde und als ein typisches Bauwerk staufischer Architektur gilt. Die Endstation der Via Appia ist nun gleich in Brindisi, zu Römerzeiten Brundisium genannt, erreicht. Sie endet mit zwei ursprünglich wunderschönen Säulen am Hafen, von denen leider nur wenig übrig geblieben ist, denn zu wechselvoll war die Geschichte. Dennoch lohnt sich ein Blick auf diese weiße Stadt am Meer und den Endpunkt der Appia, denn sie war wie ein Brückenkopf im römischen Reich zum Orient. Am späten Nachmittag fahren Sie zurück ins Hotel nach Matera, wo Sie auch ein Abschiedsabendessen im Restaurant einnehmen werden.
7. Tag: Arrivederci Via Appia
Von Matera aus werden Sie zum Flughafen von Bari gebracht. Je nach Abflugzeit bleibt noch Zeit zum Selbsterforschen von Matera.
Sicherlich werden Sie diese grandiose Konsularstraße noch lange in Erinnerung behalten.
Beste Reisezeit ab April bis Mitte Juni und September bis Ende Oktober